Avenidas

Der Gemeinderat (oder Stadtrat) von Rehau hat beschlossen, das in Berlin von einer Fassade verbannte Gomringer-Gedicht „Avenidas“ an der Fassade des dortigen Museums anbringen zu lassen.

„Alleen

Alleen und Blumen

Blumen

Blumen und Frauen

Alleen

Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und

ein Bewunderer“

So geht es auch.

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Kooperationsverbot weg?

Schön wäre es. Denn bislang untersagt es, wie der Name es schon verheißt, dass Bund und Länder bei der Bildung kooperieren. Bisher haben die Länder, vor allem Bayern, die Aufhebung des Kooperationsverbots verhindert. Sie haben Angst um ihre Bildungshoheit.

Allerdings braucht es für eine Abschaffung dieses unsinnigen Verbots eine Grundgesetzänderung.

Und dann? Vielleicht ist es ein erstes Schrittchen zur Aufhebung der Bildungshoheit der 16 Bundesländer.

Lehrermangel, Lehrermangel

2025 sollen in den deutschen Grundschulen bis zu 35 000 Lehrkräfte fehlen. Das vermeldet die Bertelsmann-Stiftung in ihrer neuesten Studie.

Die Gründe sind vielfältig: hohe Pensionierungszahlen, Ausbau des gebundenen Ganztags, steigende Schülerzahlen.

Wäre die Kinderbetreuung besser, könnten LehrerInnen ihr Stundendeputat erhöhen. Lehrkräfte, die in Rente gehen, könnten ein bisschen länger arbeiten – dazu braucht es aber attraktive Angebote.

Hauptschulblues hat es schon öfter erwähnt: An seiner alten HauptMittelschule sind 2/3 der Lehrkräfte Realschul- und GymnasiallehrerInnen, die nach dem Referendariat nicht übernommen wurden.

Und denen, die sich für HauptMittelschule nachqualifizieren wollen – das sind viele – werden Wackersteine in den Weg gelegt.

Man/frau waren sich der Problematik schon immer bewusst, nur die Politik nicht.

48 Stunden und 18 Minuten

Das ist das Ergebnis einer Studie der Georg-August-Universität in Göttingen. Auftraggeber waren die GEW und die Max-Träger-Stiftung.

48 Stunden und 18 Minuten arbeiten Lehrkräfte in Deutschland pro Woche im Durchschnitt (zugrunde gelegt ist die 40-Stunden-Woche von Verwaltungskräften). Wie wir alle wissen, gibt es viele, die weniger arbeiten, entsprechend viele auch, die mehr als das arbeiten.

Hauptschulblues hat drei Jahre lang Buchgeführt. Er kam auf 68 Wochenstunden. Frau Hauptschulblues, die immer Buch führte (Deutsch, Englisch und Theater am Gymnasium) auf ungefähr genauso viel.

Ferien sind in diese Berechnung bereits mit eingearbeitet.

Eugen-Gomringer-Gedicht soll weg – geht`s noch?

An der Alice Salomon Hochschule in Berlin soll ein Gedicht von Eugen Gomringer übermalt werden, wegen sexistischen und frauenfeindlichen Inhalts:

„Alleen

Alleen und Blumen

Blumen

Blumen und Frauen

Alleen

Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und

ein Bewunderer“

Die studentische Kritik? Nach ihrer Auffassung setze das Gedicht die Frauen herab. Es „reproduziere eine ‚klassische patriarchale Kunsttradition, in der Frauen ausschließlich die schönen Musen sind, die männliche Künstler zu kreativen Taten inspirieren'“.

Dazu Nora Gomringer: https://www.zdf.de/kultur/kulturzeit/nora-gomringer-im-gespraech-100.html

Zu Eugen Gomringer: http://www.agomringerz.de/

Erinnerungen an das Referendariat

Anlass ist die Blogparade dazu von Bob Blume, Thema „Ein wunderbarer Moment im Referendariat“.

Einen „wunderbaren“ Moment gab es nicht.

Hauptschulblues brachte sein Referendariat in den 70er Jahren hinter sich. Im ersten Jahr in der Nähe von Aschaffenburg – so weit weg von München und Frau H. Dort allerdings viele Münchner getroffen, eine starke GEW-Truppe, zu manchen von denen bestehen heute noch ab und an Kontakte.

Im zweiten Jahr in München-Moosach: 8. Klasse, 36 SchülerInnen, Hardcore. Darüber nachgedacht, aufzuhören. Aber H. hat sich durchgebissen, mit derselben Klasse in seinem 3. Referendarsjahr, sie waren in der 9., Prüfung gemacht, Note zwei. Zu einigen dieser SchülerInnen gibt es noch Kontakte. Es war manchmal schwierig, vor allem am Nachmittag. H. war 25, seine ältesten SchülerInnen 17. Dann half manchmal nur noch Udo Lindenberg, The Who oder Pink Floyd hören, vom tragbaren Uhergerät.

Hauptschulblues findet, dass diese beiden Jahre mit diesen vielen, schwierigen Kids sein Gesellenstück war. Und dass er mit denen für die nachfolgenden 37 Jahre gelernt hat, was man für das Lehrerdasein braucht.

ReferendarskollegInnen? Ja einer blieb, leider vor 8 Jahren verstorben.

Eine wurde seine Schulrätin, später seine Schulamtsdirektorin.

Seminarleiter? Konnte man beide vergessen.

Froh froh froh, alles überstanden zu haben.

Von West nach Ost – und umgekehrt

Jetzt sollen westdeutsche SchülerInnen ostdeutsche besuchen und umgekehrt.

Dadurch sollen sich Ost und West der BRD miteinander anfreunden, verstehen und bestehende Gräben schließen, zumindest überbrücken.

Das berichten Print- und andere Medien. Die sind begeistert vom Vorschlag.

Hauptschulblues war Teilnehmer der deutsch-französischen Aussöhnung 1967:

Schulaustausch zwischen dem bayerischen Innviertel und der Bretagne. Die Fahrt war toll, der Wein gut (Gläschen für 25 Centimes, was soffen wir weg!), die Gastfamilien charmant.

Was ist geblieben? Freude an der französischen Sprache und Musik: France Gall, Antoine (Johnny Hallyday: „Cheveux longs, idées courtes“), Francoise Hardy, Jacques Dutronc, Barbara.

Kontakte? Keine, die zu Ohren kamen.

Als Hauptschulblues Mails in die Bretagne um Hilfe bei der Adressfindung seiner damaligen Austauschpartnerin schickte, kam zweimal keine Antwort.

Was würde ein Austausch innerhalb der Grenzen Deutschlands bringen?

Und weil er so wunderbar schön ist – noch ein Clip von Jacques Dutronc: Paris s`éveille.