Sexueller Mißbrauch an Schulen

„Wie schützen Lehrerinnen und Lehrer an ihren Schulen Schülerinnen und Schüler vor sexuellem Missbrauch durch Mitglieder des Kollegiums?“

Diese Frage warf Frau Kaltmamsell heute in ihrem Blog auf. In der Tat ein heißes Eisen. In seiner 40jährigen Arbeitszeit an Schulen kam Hauptschulblues einiges unter. Auszüge:

Ein Blick aus der Ferne: Am benachbarten Gymnasium machte ein Seminarlehrer Referendarinnen an. Das wurde vom Kollegium stillschweigend unter den Tisch gewischt. Auch als es hieß, dass Oberstufenschülerinnen nicht vor ihm sicher seien, passierte nichts, was man als externer Beobachter hätte sehen oder hören können. Internes Reagieren der Schulleitung verschließt sich sowieso der Beobachtung. Wie aber kommt es zu solchen „Gerüchten“, kommt es dazu, dass gemunkelt wird?

Ein Blick aus der Nähe: Ein älterer Lehrer, der schon seit Jahren als „Wanderpokal“ herumgereicht wurde, unterrichtete in der Klasse von Hauptschulblues. Als ihm erste anzügliche Äußerungen und Handlungen von einer Mädchengruppe empört hinterbracht wurden, ging H. sofort zum Kollegen, sagte ihm, jetzt sei Schluss damit und als nächstes drohe eine Anzeige. Die Schulleitung wurde auch informiert. Im neuen Schuljahr war besagter Kollege an einer anderen Schule (und trieb dort sein Unwesen weiter?)

Ein Blick von innen: Hauptschulblues meldete sich an eine Schule, an der eine Gruppe sehr qualifizierter und starker LehrerInnenpersönlichkeiten seit Jahren arbeitete. Er und der Hausmeister waren neben drei anderen Kollegen die einzigen Männer. An dieser Schule herrschte eine Atmosphäre, die Übergriffe einfach nicht zugelassen hätte. Zwischen den KollegInnen und ihren SchülerInnen spürte man/frau große Offenheit und Vertrautheit (siehe Fräulein Read On My Dear?). Übergriffe wären sofort Thema gewesen und Hauptschulblues wäre ihnen unnachgiebig nachgegangen (hat er auch einmal). Hauptschulblues half auch einem Kollegen, der aus anderen Gründen zu Unrecht einer Tat geziehen wurde, sich zu rehabilitieren.

Ein Blick von hinten: Hauptschulblues machte die Erfahrung, dass die vorgeordneten Stellen bei Skandalen (es muss nicht nur Mißbrauch sein) erst dann eingreifen, wenn diese öffentlich zu werden drohen. Ansonsten wird alles schön unter den Tisch gekehrt und zugedeckt. Hilfe? Fortbildungen? Anlaufstellen?

Wie vorgehen?

Sofort und immer das Gespräch suchen, mit allen Beteiligten. ExpertInnen auf jeden Fall heranziehen. Sehr hilfreich ist das Hilfeportal. In München Imma und Amyna für Mädchen, für Jungen das Münchner Informationszentrum für Männer e.V.

 

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Arm oder reich?

So nennt sich diese Woche die Beilage zur ZEIT „Schule und Erziehung“. Es lohnt sich, sie in die Hand zu nehmen:

  • Ein Bericht über die teuerste Schule der Welt
  • Geldtipps für Eltern
  • Die Geschichte eines Jungen, der mit 11 Jahren zum Jugendamt ging und seinen weiteren Weg in seine Hände nahm
  • Zwei Familienhelfer in Schwerin
  • Was kostet ein Kind? (Das sollten sich Eltern ruhig vorher überlegen!)
  • Sehr interessant die doppelseitige Anzeige „Privatschulen und Internate – Ein Blick auf Deutschland“: Das ist ein Blick auf Westdeutschland, keine einzige Schule aus dem Osten ist vertreten.

Deniz Yücel ist frei

Das wurde aber auch Zeit. Ein Jahr ohne Anklageschrift im türkischen Knast.

Nicht vergessen werden dürfen aber alle anderen deutschen, türkischen und überhaupt sämtliche Menschen, die aufgrund von Verdacht, Denunziation oder politischer Unliebsamkeit in der Türkei eingekerkert sind. Es sind mittlerweile Hunderttausende.

Unbesetzte Schulleiterstellen an Volksschulen in Bayern

Nur ein paar Zahlen – die SZ nahm sich des Themas an:

– 642 Stellen ausgeschrieben, auf 235 nur je ein/e BewerberIn

– Auf 30 Stellen bewarb sich niemand

– 508 Rektoren leiten derzeit in Bayern mehr als zwei Schulen

– Rektoren an Grund- und Mittelschulen verdienen zwischen 150 und 400 Euro mehr als Volksschullehrer

– Dazu kommt eine sehr hohe Unterrichtsbelastung (Hauptschulblues unterrichtete 17 Stunden und hatte 11 Stunden für Verwaltung)

– Die SchulleiterInnen werden zugemüllt mit immer mehr Aufgaben; es gibt momentan eine nicht einwandfrei funktionierende EDV für bayerische Schulen

 

John Perry Barlow – 1947-2018

Er war Viehzüchter, Texter und Liedschreiber der Grateful Dead und 1990 Mitgründer der Electronic Frontier Foundation.

Beim Reddit 2013 „AMA – Ask me anything“ schrieb er (er hatte die folgenden Punkte schon mit 30 Jahren niedergelegt):

  1. Sei geduldig. Immer.
  2. Keine üble Nachrede: Weise Verantwortung zu, nicht Schuld. Sag nichts über andere, was du ihnen nicht ins Gesicht sagen würdest.
  3. Geh nie davon aus, dass die Motive anderer ihnen weniger nobel erscheinen als deine Motive dir.
  4. Erweitere deinen Möglichkeitssinn.
  5. Belaste dich nicht mit Angelegenheiten, die du tatsächlich nicht ändern kannst.
  6. Erwarte von anderen nicht mehr, als du selbst leisten kannst.
  7. Halte Unklarheit aus.
  8. Lache oft über dich selbst.
  9. Kümmere dich darum, was das Richtige ist, und nicht darum, wer Recht hat.
  10. Vergiss nie, dass du dich irren könntest – auch wenn du dir sicher bist.
  11. Gib Hahnenkämpfe auf.
  12. Denk daran, dass dein Leben auch anderen gehört. Riskiere es nicht leichtsinnig.
  13. Lüge niemanden an – aus welchem Grund auch immer. (Unterlassungslügen sind manchmal erlaubt.)
  14. Erkenne und respektiere die Bedürfnisse der Menschen um dich herum.
  15. Vermeide die Suche nach dem Glück. Versuche dein Ziel zu definieren und verfolge es.
  16. Verringere deinen Gebrauch des ersten Personalpronomens.
  17. Lobe mindestens so oft, wie du tadelst.
  18. Gestehe deine Fehler freimütig und frühzeitig ein.
  19. Werde der Freude gegenüber weniger misstrauisch.
  20. Verstehe Demut.
  21. Denk daran, dass Liebe alles vergibt.
  22. Pflege Würde.
  23. Lebe denkwürdig.
  24. Liebe dich.
  25. Bleibe beharrlich.

Stadtschulrätin ist Mietervereinsvorsitzende – und umgekehrt

Das Referat für Bildung und Sport (zuvor: Schul- und Kultusreferat) ist mit den Belangen der Bildung, die im kommunalen Aufgabenbereich anfallen, befasst und sowohl finanziell als auch personell das größte Referat der Stadtverwaltung.Seit dem 1. Juli 2016 ist Beatrix Zurek Stadtschulrätin (Behördenleitung) in München. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie erste Vorsitzende des Mietervereins München. Der Mieterverein hatte bis zum 31.12. 2015 69.038 Mitglieder mit entsprechend vielen Aufgaben Mieterschutz betreffend. Heute konnte man der Zeitung entnehmen, dass Frau Zurek immer noch Vorsitzende des Mietervereins ist. Wieso das denn?

Ihre originären Arbeitsfelder im Referat für Bildung und Sport sind:

  • Kommunales Bildungsmanagement
  • Pädagogisches Institut
  • Berufliche Schulen
  • Gymnasien
  • Realschulen
  • Grund-, Haupt- und Förderschulen
  • Kinderkrippen, Kindertagesstätten, Horte und Tagesheime
  • Sportamt
  • Zentrum für Informationstechnologie im Bildungsbereich (ZIB)

Das RBS schultert zur Zeit das deutschlandweit größte kommunale Bildungsbauprogramm. Bis 2030 sollen 45 neue Schulen entstehen:

  • 24 Grundschulen
  • 2 Mittelschulen
  • 3 Sonderpädagogische Förderzentren
  • 6 Realschulen
  • 7 Gymnasien
  • 4 berufliche Schulzentren

In den kommenden Jahren wird die Stadt München Milliardenbeträge in Neubau, Erweiterungen und Sanierungen von Schulen und Kitas investieren, man spricht von 9 Milliarden. Durchaus ein weites Feld für Betätigung, so dass die Arbeit, die Frau Zurek vor dem 1. Juli 2016 gemacht hat – und die sie wohl ausgefüllt hat – eigentlich eine andere Person machen könnte. Sollte. Muss.

Innovative Ideen wie ihr Vorgänger Schweppe (Lernhäuser, Ganztagsschulkongress mit Verleihung des Münchner Schulpreises) hat sie bisher nicht verlauten lassen, wie auch, bei dieser doppelten Ämterhäufung. Bislang strukturiert und schichtet sie ihr Referat kräftig um.