Hauptschulblues unterstützt …

… seit einem dreiviertel Jahr ein afghanisches Mädchen (und auch dessen Familie). Kennengelernt hat er die Schülerin, als er an seiner alten Schule als angestellter Lehrer – die Regierung hatte dringend Lehrkräfte für Flüchtlingsklassen gesucht – gearbeitet hat. Nennen wir das Mädchen Maryem.

Maryem kam im September 2015 mit Bruder und Mutter aus Pakistan über die Balkanroute nach Deutschland. Der Vater – deutsche Staatangehörigkeit seit vielen Jahren – wollte alle im Rahmen der Familienzusammenführung nachholen, nur gab es ein Gesetz, das einen A1-Kurs in deutscher Sprache vorschreibt.

Leider Gottes gab es in Pakistan im Umkreis von mehreren hundert Kilometern keinen Kurs, den die Mutter hätte besuchen können.

Da die Situation in der pakistanischen Stadt immer prekärer wurde (Bombenanschläge der Taliban und des IS, Verfolgung der Minderheit, der sie angehören) holte der Vater seine Familie über Iran, Türkei, die Balkanroute nach Deutschland.

Das hat ihn 27.000.- € gekostet, statt einem Flugticket für alle für 1.500.- €.

Ist doch prima, oder? Deutsche Gesetze fördern Schlepper.

Übertritt? Auslese?

Jetzt geht es in den bayerischen Grundschulen wieder um den Notenschnitt von 2,33. wer den hat, der darf auf das Gymnasium. Alles anderen können es über den Probeunterricht versuchen. Die Tage war ein netter Kommentar in der Zeitung, ich glaube, es war die SZ. „Kleine Menschen werden selten Basketballer, schwächere keine Gewichtheber.“  Über den Zugang zum Gymnasium solle deshalb der IQ entscheiden.

Das Problem ist vielschichtig. Neulich fragte ein befreundetes junges Ehepaar mit zweijähriger Tocher Frau und Herrn Hauptschulblues, ob man nicht mal zusammen Kaffee trinken könne und dabei die Schullaufbahn besprechen.

In der Tat wird in der ersten Klassen der Grundschule schon das beste Gymnasium diskutiert. Hunderte Stunden teurer Nachhiilfe werden in die Kinder investiert. Kinder weinen, wenn sie eine Drei bekommen, es zählen nur Einsen und Zweier.

Und wie wir alle schon immer wussten, sind Kinder aus gut situierten Elternhäusern privilegiert.

Auslese wird es immer geben. Wieso soll das Prinzip der Konkurrenz um die Schule einen Bogen machen?

Und Eltern könnten auch einen winzigen Gedanken für die Frage verschwenden, ob arbeitslose Akademiker ein lohnenswertes Ziel sind, und ob ihren Kindern mit einem anderen schulischen Weg als mit dem Übertritt nach der vierten Klasse nicht besser geholfen wäre.

Viele Wege führen zur Hochschulreife, wenn es denn sein muss.

Lehrermangel

Es gibt wieder Lehrermangel in Deutschland, wer hätte das gedacht?

Laut Süddeutscher Zeitung sind die Einstellungschancen so gut wie lange nicht mehr. Ursache sind: Flüchtlingskinder, Inklusion und Ganztagesangebote.

Die einzelnen Bundesländer haben viele LehrerInnen eingestellt: Berlin 970, NRW mehr als 1200, Ba-Wü in den beiden letzten Jahren 6000.

Auch in Bayern sind die Chancen vor allem in den Mittelschulen (= früher Hauptschulen) recht gut.

Und es passieren immer schon spannende Sachen an dieser Schulart.