Freitag, 22.09.2017

Frau und Herr Hauptschulblues waren gegen Abend in der Allerheiligenhofkirche in der Residenz bei einer Veranstaltung von 23 Stiftungen, die sich Menschen, der Wissenschaft und der Umwelt zueignen. Die Stiftung von Anne-Sophie-Mutter schickte drei glänzende StreicherInnen, die die geladenen Gäste mit drei Werken gut eineinhalb Stunden unterhielten. Es gab Häppchen, Wein, Wasser und Saftschorle.

Dann, gegen 22.00 Uhr, der Heimweg per U3-Bahn.

Die Stadt war aufgeheizt:

Es ist Oktoberfest.

Es waren Merkel und Seehofer auf dem Marienplatz. Dazu Pegida und AfD.

Im Stadion der FCB und die Wölfe.

Es war grauenhaft. diese Menschenmassen, der Bierdunst. Der Lärm. Betrunkene, Aggressive, Gestank.

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Schulentwicklung und die an ihr Beteiligten

Es gibt verschiedene Ebenen der Schulentwicklung: Hier geht es um die Mikroebene der Einzelschule und nicht um die Steuerung durch Schulträger oder Bildungsbürokratie. Die können aber auf jeden Fall mit einbezogen werden.

Meist geht der Impuls zur Entwicklung von Schule von der Schulleitung oder von einer schon existierenden Steuergruppe aus, wobei diese oft erst das Resultat einer Schulentwicklung ist.

Für Schulentwicklung muss es immer einen oder mehrere Gründe geben, z. B. allgemeine Disziplinprobleme, niedrige Bestehensquoten von Prüfungen, gesellschaftliche Veränderungen, hoher Migrationsanteil, Ruf der Schule usw. Schulentwicklung muss immer an den bestehenden Begebenheiten der Schule anknüpfen.

Schulentwicklung ist nur sinnvoll, wenn (fast) das ganze Kollegium dafür und daran beteiligt ist. Es wird immer KollegInnen geben, die sich ausklinken wollen. Hier macht es Sinn, ihnen die Rolle der kritischen Begleiter zuzuweisen: Bremser sind besser zu integrieren als Blockierer. Wichtig ist auf jeden Fall ein Lehrerratsbeschluss.

Dann muss jede Lehrkraft ihre eigene Arbeit und in der Zusammenschau jedes Kollegium die gesamtschulische Situation beschreiben: Was haben wir? Was hätten wir gerne? Was funktioniert gut? Was nicht? Eine kleine Evaluation des Bestehenden.

Kooperativer Führungsstil der Schulleitung und Transparenz von Entscheidungen sind dem Schulentwicklungsprozess dienlich, ebenso wie gegenseitige Wertschätzung, Zusammenarbeit, offene Kommunikation, hohe Leistungserwartungen und Engagement des Kollegiums.

Es ist wichtig, professionelle und erfahrene Schulentwickler in die Schule zu holen. Man findet sie beispielsweise an den Universitäten oder in Bildungsreferaten großer Kommunen. Auch die beiden großen Stiftungen der zwei bundesdeutschen Schulpreise mögen eine Hilfe sein. Schulentwicklung kostet Geld, aber das läßt sich oft finden und Geldmangel darf kein Hinderungsgrund für Entwicklung sein.

Das Kollegium ist Hauptbeteiligter am Prozeß. Daneben gibt es aber wichtige Akteure in der Schule, die nicht vergessen werden dürfen. Soll Schulentwicklung gelingen und das Resultat umgesetzt werden, dürfen auf keinen Fall Schüler, Eltern, Ehrenamtliche und Kooperationspartner fehlen. Gut wäre es auch, die Aufsichtsbehörde säße mit am Tisch, da Schulentwicklung ja eine ihrer hehren Aufgaben ist.

(to be continued… sometime: Es wird eine längere Sache)

Hauptschulblues hört und liest (wieder): Liverpool Poets

aus den Jahren 1968 und 1978. Passen gut zu herbstlich-kühlem Regenwetter und Late Afternoon Tea.

Adrian Henry, Roger McGough und Brian Patten veröffentlichten 1967 in der Reihe Penguin Modern Poets den Band „The Mersey Sound“.

Das Büchlein war so erfolgreich, dass es 1983 neu aufgelegt wurde.

Im Umfeld der Poeten entstanden Bands wie „The Liverpool Scene„, „The Scaffold“ und „The Grimms„. Vor Jahrzehnten gaben Andy Roberts, Brian Patten und Roger McGough auch ein Konzert im Gasteig.

 

 

 

LehrerInnennotstand und Unterrichtsqualität

In Sachsen – dem Bundesland, das im Vergleich zu den anderen Bundesländern gute Ergebnisse bei Pisa oder anderen Vergleichsarbeiten erzielte, werden in den Schulen bildungsferne Menschen und Eltern angestellt, um den Unterricht aufrecht erhalten zu können. „Erlaubt sei das eigentlich nicht“, sagte eine Sprecherin der Sächsischen Bildungsagentur. Aber schon der Konjunktiv ihrer Aussage deutet darauf hin, dass das dortige Kultusministerium froh ist, so über die Runden zu kommen.

In anderen Bundesländern ist die Lage nicht viel anders. Jahrelang wurde die Lehrerbildung vernachlässigt – das Argument waren sinkende Geburtenraten. Aber spätestens vor 6 Jahren hätte reagiert werden können, die Standesämter haben die Zahlen der Neugeborenen immer aktuell parat.

Es wird nicht lange dauern, bis die Planungsmisere wieder den Flüchtlingskindern angehängt wird.

Ein Problem, das Hauptschulblues schon seit geraumer Zeit umtreibt, ist die Frage nach der Unterrichtsqualität. Wie sollen Schulen weiter entwickelt werden, wie sollen erreichte Niveaus gehalten oder verbessert werden, wenn oft mehr als ein Drittel des Personals nicht richtig oder schulartfremd ausgebildet ist?

Stress durch Schule?

Die DAK zeigt in ihrer neuesten, heute vorgestellten Studie, dass 43% der untersuchten SchülerInnen, etwa 7000 aus sechs Bundesländern, gestresst sind. Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen hat Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme.

Der Stress nimmt zu, je höher die Jahrgangsstufe ist.

Die Ursachen dafür werden nicht genannt.

Könnte es sein, dass viele SchülerInnen nicht die für sie passende Schulart besuchen?

Hauptschulblues liest (wieder): Gedichte

1967 kaufte sich Hauptschulblues in seiner damaligen niederbayrischen Lieblingsbuchhandlung das Dreifachbändchen. Herausgegeben wurde es von Willi Fehse, seiner Ausbildung nach Volksschullehrer. (Interessant auch, wie sich das Layout der Reclamhefte über die Zeit veränderte.)

Heute im Buchheim-Museum stolperte er über das folgende Bändchen, bereits 1966 herausgegeben von Dietrich Bode.

Hervorragend ediert, mit Gedichten von Hans Arp bis Paul Zech.

 

Kooperationsverbot Bund-Länder abschaffen!

Wahlkämpfe sind Hauptschulblues eher egal – die Unterschiede zwischen den Parteien, abgesehen von den nationalistischen, verwischen sich ohnehin immer mehr.

Jetzt aber fordert der Kanzlerkandidat der SPD, Schulz, das Kooperationsverbot abzuschaffen.

Das wäre klug.

Das Kooperationsverbot, 2006 ins Grundgesetz geschrieben, besagt, dass der Bund den 16 Ländern in Sachen Bildung in keinster Weise dazwischenreden darf.

Zehntausende von Eltern und Schülern, die innerhalb Deutschlands umziehen, erfahren die schmerzhaften Auswirkungen: Unterschiedlichste Lehrpläne auf gleichen Ebenen, ganz verschiedene Verordnungen und Anforderungen innerhalb eines kleinen Staates, der wiederum in 16 Ministaaten gegliedert ist.

Es ist historisch längst überfällig, in Deutschland ein einheitliches Bildungssystem zu etablieren, um die brennenden Probleme wie z. B. Inklusion und Ganztag angehen zu können.

Ein kluger Vorschlag, gegen den sich letzten Endes auch die Kultusminister seiner Partei stemmen werden, obwohl sie heute alle hinter ihm aufgestellt waren.

(aktueller Nachtrag 29.08.2017: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schulen-in-muenchen-jaehrige-wird-unfreiwillig-zur-schulverweigerin-1.3644011)

(Nachtrag Anfang September 2017: Der zuständige MB wies der Schülerin einen passenden Platz zu.)